Großes Interesse am Brückenneubau
Gut besuchte Infoveranstaltung zum Projekt des Staatlichen Bauamtes
Die Brücke der Staatsstraße 2111 über die Krautaustraße in Dingolfing wird abgebrochen und neu gebaut. Bei einer Informationsveranstaltung informierten das Staatliche Bauamt Landshut und die Stadt über die Baumaßnahme sowie die damit einhergehenden Einschränkungen ab dem 26. Mai.
Bürgermeister Valentin Walk betonte, dass der Neubau mit Lärm, Schmutz und Umleitungsverkehr verbunden sei, jedoch notwendig bleibe. Schließlich diene er der Verkehrssicherheit und dem Erhalt der Infrastruktur. Insofern könne man froh sein, dass der Freistaat die finanziellen Mittel bereitstellt und die Brücke neu gebaut wird. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro.
Kein Risiko: Sofortiges Handeln sinnvoll
Bei der Brückenprüfung erhielt die Ein-Feld-Spannbetonbrücke die Bauwerksnote 2,3. Die Bewertungsskala für Brücken reicht von 1 bis 4. Eine Note zwischen 2 und 3 bedeutet laut Thomas Ruhland, Abteilungsleiter Konstruktiver Ingenieurbau am Staatlichen Bauamt Landshut, dass das Bauwerk weiterhin beobachtet werden muss und eine Sanierung oder ein Ersatzbau mittelfristig erforderlich wird. Vor dem Hintergrund, dass in der Brücke Sigma-Rundstahl verbaut ist, der nach heutigem Stand der Forschung möglicherweise nicht mehr den aktuellen Qualitätsanforderungen entspricht, entschied man sich trotz der vergebenen Note für ein sofortiges Handeln.
Der Neubau wird etwas schmaler als die bestehende Brücke ausfallen. Grund hierfür ist, dass die Aufweitung auf drei Fahrspuren künftig erst rund 60 Meter später – also kurz nach der neuen Brücke – beginnt. Dies ermöglicht es, die Geh- und Radwegbrücke während der Bauzeit zu erhalten und die Bauzeit insgesamt möglichst kurz zu halten. Für Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ergibt sich daraus keine merkbare Veränderung im Überholbereich. Der Neubau erfüllt darüber hinaus sämtliche aktuellen Anforderungen, etwa hinsichtlich Geländerhöhen, Schutzplanken und Entwässerungseinrichtungen.
Verkehrsfreigabe im Spätherbst vorgesehen
Ruhland bekräftigte, dass ein ambitionierter Zeitplan aufgestellt wurde, um die Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner möglichst gering zu halten. Ab dem 26. Mai werden sowohl die Staatsstraße als auch die Krautaustraße gesperrt. Bereits ab dem 22. Mai kommt es zu ersten Einschränkungen, wenn die Schutzplanken abgebaut werden. Anfang Juni beginnt der Abbruch der Brücke, der etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen wird. Anschließend werden über einen Zeitraum von rund zwei Monaten das Fundament sowie die Widerlager hergestellt, bevor die fünf Fertigteile des neuen Brückenoberbaus eingehoben werden. Die Verkehrsfreigabe der Staatsstraße ist nach aktuellem Stand bis Ende Oktober vorgesehen. Die restlichen Arbeiten im Umfeld der Brücke dauern voraussichtlich bis zum Jahresende an.
Gebietsinspektor Sebastian Michalk erläuterte die vom Staatlichen Bauamt erarbeitete Umleitungsführung für den überörtlichen Verkehr. Die Umleitung aus Richtung Frontenhausen verläuft über die Kreisstraße DGF 15 (Richtung Frichlkofen), die Staatsstraße 2327 bei Frichlkofen, erneut die Kreisstraße DGF 15 (Richtung Gottfriedingerschwaige) sowie die Staatsstraße 2074 in Richtung Landshut. In Fahrtrichtung Frontenhausen erfolgt die Umleitung entsprechend in umgekehrter Reihenfolge. Auf der Autobahn wird eine entsprechende Hinweisbeschilderung eingerichtet.
Die Staatsstraße 2111 bleibt von Norden bis zur Zufahrt zum Kaufland sowie von Süden bis zur Einmündung Krankenhausstraße befahrbar. Auch der Geh- und Radweg entlang der Staatsstraße kann uneingeschränkt genutzt werden. Die Anwohnerinnen und Anwohner der Krautaustraße können von beiden Seiten bis unmittelbar an die Baustelle heranfahren.
Bauphase: Nachbesserungen bei Bedarf
Die Fragen der Besucherinnen und Besucher konzentrierten sich größtenteils auf die Umleitungsregelungen. Die Verantwortlichen machten deutlich, dass sich der innerörtliche Verkehr alternative Wege suchen werde, und baten hierfür um Verständnis und Einsicht. Umfangreiche Straßensperrungen zum Schutz einzelner Anwohnerinnen und Anwohner seien jedoch nicht umsetzbar, da der Verkehr weiterhin fließen müsse. Gleichwohl werde man die Situation genau beobachten und bei Bedarf nachsteuern.
Anwohnerinnen und Anwohner der Tannenstraße äußerten Bedenken hinsichtlich einer erhöhten Verkehrsbelastung, insbesondere durch den Schwerlastverkehr. Hier wurde auch der Wunsch nach verstärkten Geschwindigkeitskontrollen geäußert. Zudem bestand Unsicherheit hinsichtlich möglicher Erschütterungen während der Bauarbeiten. Thomas Ruhland erklärte dazu, dass im unmittelbaren Umfeld Seismographen eingesetzt werden und im Vorfeld eine Beweissicherung an den umliegenden Gebäuden vorgenommen wurden. Verbesserungen beim Lärmschutz sind im Zuge der Maßnahme nicht vorgesehen.
Bei Fragen aus der Bevölkerung stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Dingolfing gerne zur Verfügung. Erster Ansprechpartner ist jedoch das Staatliche Bauamt Landshut, das auch die Projektleitung innehat.



